Mutter mit zwei Kleinkindern in Garten.

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Zecken möglichst schnell entfernen

07.07.2023

Von Zecken können zwei Krankheitserregerarten übertragen werden: die Borrelia-burgdorferi-Bakterien (Borrelien) und die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)-Viren. Eltern sollten deshalb nach einem Aufenthalt in der Natur den Körper ihres Kindes auf Zecken absuchen. Bei Kindern lassen sich Zecken häufig auf der behaarten Kopfhaut, in der Leistengegend und in den Kniekehlen nieder. Wenn sie sich noch nicht festgesaugt haben, können sie in der Kleidung bis zu drei Tage überleben. Entdecken Eltern eine Zecke auf der Haut ihres Kindes, dann sollten sie sie schnell entfernen. Dabei sollten sie das Spinnentier möglichst nah an der Einstichstelle mit einer Zecken-Pinzette oder -Karte greifen.

Bei einem Zeckenstich verstreichen meist mehrere Stunden bis Borrelien in den Körper gelangen. Wenn dies erfolgt ist, kann es bei einem kleinen Teil der Infizierten zur sogenannten Borreliose kommen. Unbehandelt kann dies zu einer chronischen Hirnhautentzündung, Gelenkschäden und Funktionsstörungen des Rückenmarkes wie auch der peripheren Nerven führen. Ist ein Zeckenbiss entdeckt und die Zecke entfernt worden, sollten Eltern die Stichstelle bis zu sechs Wochen beobachten. Entwickelt sich um sie herum eine sich langsam in die Peripherie ausbreitende Rötung mit Abblassung der zentralen Anteile, liegt eine sogenannte Wanderröte vor. Dies lässt auf eine Infektion schließen. Dann empfiehlt es sich, die Kinderärztin oder den Kinderarzt aufzusuchen.

Eine Borrelien-Infektion kann gut und nachhaltig mit einem Antibiotikum behandelt werden. Allerdings macht eine aktuelle amerikanische Studie darauf aufmerksam, dass Kinder nach der Antibiotika-Therapie noch länger Beschwerden, wie zum Beispiel Schmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, zeigen können. Diese vergehen aber in der Regel spätestens innerhalb von sechs Monaten wieder vollständig.

FSME-Viren können Entzündungen des Gehirns, der Gehirnhaut oder des Rückenmarks verursachen. Bei Kindern verläuft eine FSME meist leichter als bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen. Aber auch bei Kindern kann die Krankheit schwer verlaufen. FSME tritt vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen auf. In Bayern ist fast der komplette Freistaat mit 94 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte als Risikogebiet eingestuft. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten oder dort wohnen, einen Impfschutz gegen FSME als sichersten Schutz vor der Krankheit. Kinder können ab dem ersten Geburtstag gegen FSME geimpft werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin beziehungsweise Ihrem Kinderarzt über die Impfung.