Vater mit Baby auf dem Arm, Seifenblasen betrachtend.

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Für Kinder unter einem Jahr sind Honig oder Ahornsirup tabu

30.03.2022

Kinder unter einem Jahr sollten keinen Honig, Ahornsirup oder Maissirup bekommen, da hier Bakterien enthalten sein können, die insbesondere für Säuglinge lebensgefährlich werden können. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt vor sehr seltenen, aber lebensbedrohlichen Lebensmittelvergiftungen mit Clostridium botulinum, die den sogenannten Botulismus auslösen. Bei Säuglingen gebe es die Sonderform des Säuglingsbotulismus, bei dem die Sporen des Bakteriums den Darm besiedeln und dort auskeimen können. Denn die Darmflora von Säuglingen ist noch nicht voll ausgereift und bietet keinen Schutz gegen die Krankheitserreger. Beim Säugling können die Sporen daher im Darm noch Gifte bilden, welche die Nerven schädigen und insbesondere zu Muskel- und Atemlähmungen führen können. Eine weitere mögliche Infektionsquelle für Säuglingsbotulismus sind neben Honig, Ahornsirup und Maissirup Erde beziehungsweise Staub.

Für Kinder und Erwachsene sind laut BVKJ nur Lebensmittel problematisch, bei denen sich aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen Bakterien vermehren und Sporen bilden können. So sollte der Inhalt von Konserven mit Verformungen insbesondere mit Ausbeulungen nicht verzehrt werden, da diese durch Gase des Botulismus-Erregers entstanden sein könnten. Darüber hinaus sollte man auch bei Selbsteingekochtem achtsam sein und dieses grundsätzlich zweimal erhitzen, um eventuell ausgekeimte Sporen zu zerstören. Auch in vakuumverpackten Lebensmitteln wie zum Beispiel Räucherfisch sollte die vorgeschriebene Kühlung unbedingt eingehalten werden. Denn Bakterien können auch ohne Luft auskommen und damit kann sichergestellt werden, dass sie keine Sporen bilden können.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkrankten in den letzten zehn Jahren in Deutschland 58 Menschen an Botulismus, darunter befanden sich elf Säuglinge.