Stillberatung

 

Hilfe und Unterstützung nach der Geburt

Viele Kinder möchten schon kurz nach der Geburt an die Brust der Mutter. Da der Geburtsvorgang die Milchbildung in Gang gesetzt hat, kann die erste Stillmahlzeit meist problemlos erfolgen. Vielen Müttern bereitet der erste Milcheinschuss und die damit verbundene Spannung der Brust unangenehme Gefühle oder Schmerzen. Sollten Sie Hilfe wünschen oder brauchen, wird Ihnen schon im Geburtshaus, im Krankenhaus oder zu Hause Hilfe von einer Hebamme angeboten. Sie zeigt Ihnen eine Haltung, die für Sie und das Kind bequem ist und die Sie entlastet bei möglichen Beschwerden nach der Geburt.
Sie erhalten nützliche Informationen zum Beispiel bei Fragen zum Milcheinschuss nach der Geburt, zum Umfang und zur Häufigkeit der Stillmahlzeiten, zu Brustentzündungen oder wenn Sie noch nicht wissen, ob Sie (weiter)stillen möchten oder nicht. Auch wenn Sie sich gegen das Stillen entschieden haben, hilft Ihnen Ihre Hebamme bei der Auswahl und Vorbereitung sowie der Gabe des Milchpulvers.

Stillberatung

4 Ern _rungsberatung

Weil Stillen nicht nur gesundheitliche Vorteile bietet, sondern auch für die geistig-seelische Entwicklung des Kindes sehr wichtig ist, sollten Sie sich Rat und Hilfe holen, wenn es in der Stillbeziehung zu Fragen oder Unsicherheit kommt. Neben den Hebammen im Geburtshaus oder der Geburtsklinik bieten auch Stillberaterinnen und Laktationsberaterinnen Informationen und Hilfestellung an. Vor allem beim ersten Kind können zu Beginn der Stillzeit Fragen auftauchen, die möglichst schnell beantwortet werden sollten, damit unnötiger Stress vermieden wird. Sie können verunsichert sein, ob Ihr Baby genug trinkt, ob es Hunger hat oder aus anderen Gründen weint. Vielleicht gelingt es nicht immer, das Stillen in den Alltag zu integrieren. Manche Mütter fühlen sich eingeschränkt durch evtl. recht häufiges Verlangen des Kindes nach der Brust. Einige Frauen haben Probleme mit einer Brustentzündung die sehr schmerzhaft sein kann wenn sie nicht behandelt wird.
Bedauerlicherweise bilden Hilflosigkeit und Unwissenheit oft die Grundlage für vorzeitiges Abstillen. Deshalb sollten Stillhindernisse oder Unsicherheiten schnell gelöst werden.

Viele Frauen wissen nicht, dass fast alle Frauen ihr Kind aus physiologischen Gründen stillen können. Nur in Ausnahmefällen ist das Stillen nicht oder nur eingeschränkt möglich. Die Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen vermitteln Ihnen Stillberatungen in Ihrer Nähe.

Die Inanspruchnahme einer Stillberaterin (Laktationsberaterin) gehört nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kosten hierfür müssen selbst getragen werden.

Kostenlose Stillberatungen werden von verschiedenen Trägern angeboten.
Darüber hinaus gibt es kostenlose Stillgruppen, die sich regelmäßig treffen um Erfahrungen auszutauschen, sich kennen zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen
. Stillgruppen bieten eine wertvolle Hilfe besonders für Mütter, die keine Ansprechpartner oder erfahrene Person im Familien - oder Freundeskreis haben. Unter den weiterführenden Links (siehe unten) finden Sie hierzu Links zu telefonischen Beratungen und Online-Beratungen.  Auch Hilfe oder Beratung die Sie ggf. von Ihrer Familie, anderen Angehörigen oder Freunden erhalten können sollten Sie in Anspruch nehmen.

Bei besonderen Fragestellungen wie zum Beispiel Stillen bei Zwillingen oder Mehrlingen, zur Ernährung während der Stillzeit, oder zum Stillen bei Erkrankungen der Mutter oder des Kindes, sowie zur Einnahme von Medikamenten aber auch zu Schlaf- und Schreiproblemen bietet die Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen unter „Fachfragen“ eine kostenlose telefonische oder eine e-mail Stillberatung an.

Stillfreundliche / Babyfreundliche Krankenhäuser

Als „babyfreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnete Krankenhäuser weisen einen hohen Betreuungsstandard auf und setzten sich besonders für einen still- und bindungsfördernden Umgang mit Mutter und Kind ein.
Auf der Internetseite der WHO/Unicef-Initiative gibt es neben hilfreichen Informationen auch ein Klinikverzeichnis. Eine Übersicht der Geburtshäuser in Deutschland finden Sie hier.

Berufstätigkeit und Stillen

Stillen sollte für berufstätige Mütter kein Hindernis sein, (wieder) in den Beruf einzusteigen. Umgekehrt sollte der (Wieder-) Einstieg in den Beruf Mütter nicht dazu verleiten, frühzeitig abzustillen. Es ist sicher empfehlenswert Ihren Einstieg oder Ihre Rückkehr in den Beruf mit dem Arbeitgeber zu besprechen. Fragen Sie, wenn Sie Ihr Kind im beruflichen Umfeld stillen möchten nach den Möglichkeiten die sich Ihnen bieten und teilen Sie Ihre Bedürfnisse schon frühzeitig, also mehrere Wochen vor dem ersten Arbeitstag, mit.

Aufgrund der körperlichen, psychologischen und sozialen Vorteile des Stillens regelt der Gesetzgeber im Mutterschutzgesetzes (MuSchG) unter anderem auch die besondere Schutzbedürftigkeit stillender Frauen. Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) ist in Deutschland die rechtliche Grundlage zum Schutz von Schwangeren und stillenden Frauen vor gesundheitlichen Schäden und Nachteilen am Arbeitsplatz.

Der §7 des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) regelt die Rechte von stillenden Müttern am Arbeitsplatz:

§ 7 MuSchG Stillzeit

(1) Stillenden Müttern ist auf ihr Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde freizugeben. Bei einer zusammenhängenden Arbeitszeit von mehr als acht Stunden soll auf Verlangen zweimal eine Stillzeit von mindestens 45 Minuten oder, wenn in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgelegenheit vorhanden ist, einmal eine Stillzeit von mindestens 90 Minuten gewährt werden. Die Arbeitszeit gilt als zusammenhängend, soweit sie nicht durch eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden unterbrochen wird.
(2) Durch die Gewährung der Stillzeit darf ein Verdienstausfall nicht eintreten. Die Stillzeit darf von stillenden Müttern nicht vor- oder nachgearbeitet und nicht auf die in dem Arbeitszeitgesetz oder in anderen Vorschriften festgesetzten Ruhepausen angerechnet werden.
(3) Die Aufsichtsbehörde kann in Einzelfällen nähere Bestimmungen über Zahl, Lage und Dauer der Stillzeiten treffen; sie kann die Einrichtung von Stillräumen vorschreiben.
(4) Der Auftraggeber oder Zwischenmeister hat den in Heimarbeit Beschäftigten und den ihnen Gleichgestellten für die Stillzeit ein Entgelt von 75 vom Hundert eines durchschnittlichen Stundenverdienstes, mindestens aber 0,38 Euro für jeden Werktag zu zahlen. Ist die Frau für mehrere Auftraggeber oder Zwischenmeister tätig, so haben diese das Entgelt für die Stillzeit zu gleichen Teilen zu gewähren. Auf das Entgelt finden die Vorschriften der §§ 23 bis 25 des Heimarbeitsgesetzes vom 14. März 1951 (BGBl. I S. 191) über den Entgeltschutz Anwendung.